Lehre

Unumstritten ist die Tatsache, dass die institutionelle Verankerung der Allgemeinmedizin in der medizinischen Lehre von großer Bedeutung ist – dazu sind inzwischen europaweit diverse Modelle entwickelt worden. Die TGAM ist aktiv in die Gestaltung der AM-Ausbildung an der Medizinischen Universität Innsbruck eingebunden.

Allgemeinmedizin und Universität – Wie passt das zusammen?

Eine Verankerung der Allgemeinmedizin an der Universitäten kann nur gewinnbringend für beide Seiten sein.

Die Allgemeinmedizin ist eine akademische und wissenschaftliche Disziplin mit eigenen Lehrinhalten, eigener Forschung, eigener Nachweisbasis und einer eigenständigen klinischen Tätigkeit; als klinisches Spezialgebiet ist sie auf die Primärversorgung ausgerichtet.“ – Europäische Definition der Allgemeinmedizin/Hausarztmedizin, WONCA Europe, 2002 –

Die Allgemeinmedizin leistet die ärztliche Basisversorgung der Bevölkerung, betreibt Vorsorgemedizin und dient auch der Versorgungskoordination. Viele Patienten kommen täglich mit den unterschiedlichsten Krankheitsbildern in unsere Praxen für Allgemeinmedizin – wir versorgen die PatientInnen im Spannungsfeld zwischen der ständig voranschreitenden Spezialisierung der medizinischen Disziplinen und einem erhöhten wirtschaftlichen Druck.

Die Verankerung der Allgemeinmedizin an den medizinischen Universitäten eröffnet neue Forschungsfelder, erlaubt das Beobachten von PatientInnen unter Alltagsbedingungen und soll schließlich die Ergebnisse dieser Beobachtungen in die Routineversorgung einfließen lassen.

Allgemeinmedizin  braucht es auch in Zukunft! Denn gut ausgebildete Hausärzte behandeln Patienten in der Regel kosteneffizienter als die Spezialisten oder die Spitäler – die Allgemeinmedizin verfügt also über ein großes Potential, um zu einer Kosteneinsparung im Gesundheitswesen beizutragen. Essentiell ist eine gute Ausbildung der AllgemeinmedizinerInnen und deshalb besteht natürlich auch ein gesellschaftspolitischer Auftrag zur Akademisierung der Allgemeinmedizin.

Evidenzbasierte Medizin, Good Clinical Practice, Leitlinien in der Patientenversorgung … Alle diese Arbeitstechniken sollen in unsere Arbeit einfließen, aber auch kritisch hinterfragt werden. Im Dialog mit den Universitäten ergeben sich für uns AllgemeinmedizinerInnen spannende Elemente und umgekehrt genauso.

Wo liegen nun unsere Stärken und Kompetenzen?

Täglich befassen wir uns professionell mit unserem Fach, stehen im engsten Kontakt mit unseren PatientInnen und oft geben wir unser Wissen hautnah an StudentInnen in unseren Praxen weiter. Eine Verankerung der Allgemeinmedizin an der Universitäten kann nur gewinnbringend für beide Seiten sein, Berührungsängste oder Misstrauen sind hier völlig fehl am Platz.

ÖGAM und TGAM zeichneten die besten Diplomarbeiten im Bereich Allgemeinmedizin aus

Beste Diplomarbeiten 2016 - TGAM

Als beste Diplomarbeit im Bereich Allgemeinmedizin an der Medizinischen Universität Innsbruck im Jahr 2016 wurde die Arbeit von Magdalena Haslehner „Innere Haltungen zum PSA-Screening – Erhebung mittels Fragebogen in einer Tiroler Kohorte“ (Betreuer: Herbert Bachler) ausgezeichnet; im Bild bei der Überreichung des Preises am 23. 11. 2016 im Rahmen der TGAM-Generalversammlung in Innsbruck. Die Auswahl erfolgte anhand eines anonymisierten Rankings durch Frau Univ.-Prof. Andrea Siebenhofer.

Beste Diplomarbeiten 2016 - ÖGAM

Auch die ÖGAM vergab Auszeichnungen für gute AM-Diplomarbeiten; geehrt wurden von der Medizinischen Universität Innsbruck:

  • „Innere Haltungen zum PSA-Screening Erhebung mittels Fragebogen in einer Tiroler Kohorte“ von Magdalena Haslehner (Betreuer: Herbert Bachler)
  • „Opportunistisches- vs. Recall-System beim Zervixkarzinom-Screening“ von Theresa Drexel (Betreuer: Christoph Fischer)
  • „Qualität von Mammographie-Informationsmaterial“ von Barbara Ellinger (Betreuer: Herbert Bachler) – im Bild mit Präsidiumsmitgliedern der ÖGAM bei der Überreichung des Preises am 25. 11. 2016 in Graz

TGAM-Mitglieder finden die prämierten Arbeiten im Internen Bereich unserer Website.