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45-jähriger Mann erleidet
einen ischämischen
Insult
Status: 173cm 70Kg RR:
120/90 Puls: 40 Herz: o.B.
Lunge: o.B.
Lungenfunktion: FEV1 Soll: 3,60
FVC Soll: 4,40L
FEV1 ist:
4,02 FVC
ist: 4,33L
EKG: SR 40 PQ 160 ms, normal-Typ,
Transition V 3-4 St-Strecke
isoelektrisch, keine Rhytmusstörungen, kein Hinweis auf
Coronarinsuffizienz im Ruhe-EKG die Bradycardie ist durch das
Ausdauertrainig bedingt („Sportlerherz“ durch wettkampfmäßiges
Radfahren)
Die Sonographie zeigt in der
A. carotis bds.
kleine echoreiche Plaque dorsal im Bulbusbereich, sicher keine
hämodynamische Relevanz, beim kompaktem Aufbau eine Embolisierung
von dieser Plaque unwahrscheinlich, überdies bilaterale
Lokalisation (s.u.)
nach Injektion von Luft in
die Cubitalvene >10 Emboliesignale
Neurologie-Befund: bilaterale
Thalamusinfarkte, persistierendes
Foramen ovale (PFO) Plaque ACI-Abgang bds,
Die Inzidenz des persistiernden Foramen ovale (PFO) wird
mit ca 25% in der erwachsenen Bevölkerung angegeben.
Normalerweise bleibt dies aber unbemerkt. Nur bei Erhöhung des
Druckes im rechten Vorhof, z.B.
bei einer Lungenembolie aber auch beim Pressen und Husten kann es zur paradoxen Embolie kommen. Bei Patienten mit ischämischen
Insulten unter 60 Jahren ohne erkennbare Ursache findet sich mit 54%
eine auffallend höhere Inzidenz des PFO, ein ursächlicher
Zusammenhang ist naheliegend aber nicht immer zu beweisen.
Bei dem vorgestellten Fall
zeigt sich einige
Sekunden nach i.v.Injektion von kleinen Luftbläschen in Kochslazlösung
in der Carotis-Doppersonographie
das typische Bubble-Echo.
Zur Frage , ob man nach ischämischem
Insult einen festgestellter
Defekt im Vorhof mit dem
Doppelschirm verschließen lassen soll, findet sich
eine ausführliche Übersichtsarbeit von Prof. Dietmar Elsner,
Uni Regensburg aus dem Jahr 2000.
Die Gefahr eines neuerlichen
Schlaganfalles wird hier unbehandelt mit 10% jährlich, unter ASS
oder Marcumar zwischen 3.4-3.8%
angegeben. Auffallend, dass kein wesentlicher Unterschied
zwischen voller AK-Therapie und ASS
gefunden wurde, dies lässt an der derzeit herrschenden
Lehrmeinung, ASS schütze zwar in der arteriellen aber nicht in der
venösen Strombahn, zweifeln.
Nach konventionellem
herzchirurgischem Verschluß des offenen
Foramen ovale wurden
keine neuerlichen Schlaganfälle gefunden.
Die Einpflanzung eines
Doppelschirmes ist ein kleinerer
Eingriff im Vergleich zur Herzoperation, ob langfristig die Resultate
gleich gut sind wie eine offene OP kann man noch nicht endgültig
beantworten, dazu ist die Methode noch zu jung.
1999 ist dazu eine Arbeit
erschienen in der kein neuerlicher Schlaganfall auftrat, bei 2.5 %
kam es jährlich zu kleineren vorübergehenden Durchblutungsstörungen
(TIA), betroffen waren offenbar
die Patienten, bei denen echokardiographisch eine kleiner Rest-Shunt
gefunden wurde. insgesamt wurden bei 10% der Patienten
behandelbare Komplikationen berichtet, keine mit Dauerfolgen.
Ergänzende Literatur:
Übersichtsarbeit von Prof.
Dietmar Elsner, Uni Regensburg Vorhofsseptumdefekt.pdf
Fazit: Prospektive Studien
sind noch nicht veröffentlicht. Die bisherigen Resultate
sprechen für ein
vertretbares Operationsrisiko.
Je jünger der Patient,
desto größer ist die
Lebenserwartung und somit die Gefahr eines neuerlichen
Schlaganfalles, deshalb könnte diese Patientengruppe am meisten vom
Eingriff profitieren.
Evidenzgrad:
3
Nutzen
und Risiken interventioneller und medikamentöser Behandlung sind
bisher nicht ausreichend belegt und lassen sich erst nach Abschluss
der prospektiven Studien beurteilen.
in Arbeit: PEPSIS-Studie
Transcatheter
closure of patent foramen ovale associated with paradoxical embolism
using the amplatzer PFO occluder: initial and intermediate-term
results of the U.S. multicenter clinical trial.
Hong
TE, Thaler
D, Brorson
J, Heitschmidt
M, Hijazi
ZM; Amplatzer
PFO Investigators.
Section of
Pediatric Cardiology, Department of Pediatrics, University of Chicago
Children's Hospital and Pritzker School of Medicine, Chicago,
Illinois 60637, USA.
Closure of patent foramen ovale (PFO) has been proposed as an
alternative to anticoagulation in patients with presumed paradoxical
emboli. We report the immediate and mid-term results of the phase 1
U.S. Multicenter Clinical Trial of patients who underwent
transcatheter PFO closure for paradoxical embolism using the new
Amplatzer PFO device. Fifty patients (28 male/22 female) underwent
catheter closure of their PFOs at a mean age of 41 +/- 11 years.
Thirty-six patients had ischemic stroke, 10 had transient ischemic
attack, and 4 had peripheral embolism. Seventeen patients had atrial
septal aneurysm. The implantation procedure was successful in 49/49
patients; one patient did not have a PFO. Complete closure was seen
immediately after the procedure in 26/49 patients; 17 had minimal
residual shunt, 4 had moderate and 2 had large residual shunts. The
median fluoroscopy time was 10.5 min (2.8-43 min). There were no
complications related to the device. One patient developed an
arteriovenous fistula at the catheter site requiring surgical repair.
At a mean follow-up interval of 16.5 +/- 7.2 months, there were no
deaths or recurrent neurological or peripheral embolic events. Eight
patients reported an episode of dizziness or palpitations (four of
them within 18 days of the procedure). No episodes of atrial
dysrhythmias were noted. Contrast bubble study at last follow-up
documented complete closure in 45/48 patients; one patient had
minimal, one had moderate residual shunt, and one had a large shunt.
One patient was lost to follow-up. We conclude that catheter closure
of PFO associated with stroke/transient ischemic attack or peripheral
embolism using the new Amplatzer PFO device is a safe and effective
method in preventing recurrence of such episodes. Randomized clinical
trials comparing device closure versus continued medical therapy are
underway. Copyright 2003 Wiley-Liss, Inc.
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