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Patienteninformation bei Magen-Darminfekten:(Dr.Fischer) Das ganz Jahr
über, gehäuft in den warmen Sommermonaten, treten akute
Magendarminfekte auf.
Zu Beginn der Erkrankung tritt meistens mehrmaliges Erbrechen über
einige Stunden auf, nach spätestens 12 Stunden vergeht dies von
selbst. Zugleich oder im Anschluss daran kommt es oft noch 2-3 Tage
lang zu Durchfällen.
In den meisten Fällen werden diese Magen-Darminfekte durch relativ
harmlose Viren verursacht, und heilen von selbst in 2-3 Tagen aus.
(die Ansteckung erfolgt von Mensch zu Mensch)
Unter den Magen-Darmviren gibt es ein besonders agressives, das „Rotavirus“
dieses zeichnet sich durch einen besonders schweren Verlauf aus.
Besonders bei Kleinkindern und Säuglingen besteht die Gefahr von
starkem Flüssigkeits- und Salzverlust, so dass mitunter eine
Infusionsbehandlung mit Elektrolytausgleich im Krankenhaus notwendig
wird. Wie bei den meisten Viren erkrankt jeder Mensch im Allgemeinen
nur 1x im Leben am Rotavirus.
Bei längerem und schwererem Krankheitsverlauf muss aber auch an eine
bakterielle Darmerkrankung gedacht werden. Es hat sich als zweckmäßig
erwiesen bei Durchfällen die länger als 3 Tage dauern eine Stuhlprobe
einzuschicken. Bei uns werden meist Salmonellen und Campylobacter als
bakterielle Krankheitserreger gefunden.
Salmonellen: werden vorwiegend durch Hühner und Ei übertragen.
Gegarte Nahrungsmittel sind nicht mehr ansteckend, häufig erfolgt die
Infektion über Kontamination des Schneid-bretts beim Zerlegen der
rohen Hühner (deshalb sollte man Kunststoff statt Holz-Brettln
benutzen) oder über Verwendung von rohem Dotter. EU-konforme
Spiegeleier müssen deshalb beiderseits angebraten werden (schmecken
dann leider auch „keimfrei“)
Eine direkte Ansteckung von Mensch zu Mensch scheint nicht möglich zu
sein, dazwischen braucht es eine Keimvermehrung auf Nahrungsmitteln
die von infizierten Personen „beimpft“ wurden. Deshalb dürfen
Salmonellenausscheider nicht in der Erzeugung und Verteilung von
Lebensmitteln arbeiten. Ähnliche Vorsichtsmaßnahmen sind auch im
Haushalt ratsam.
Campylobacter befällt den Dünndarm (zwischen Magen und Dickdarm)
deshalb sieht man bei den Erkrankten meist schwächere Durchfälle aber
stärkere Bauchschmerzen. Auch dieser Keim wird über Hühnerfleisch auf
den Menschen übertragen.
Eine Lebensmittelvergiftung ist keine Infektion im eigentlichen Sinn,
sondern auf verdorbenen Nahrungsmitteln haben Bakterien Gifte
gebildet, die binnen weniger Stunden Durchfall und Erbrechen
hervorrufen. Die Unterscheidung von den oben geschilderten Infekten
ist nicht immer ganz einfach, die Symptome treten sehr bald nach dem
Verzehr meist bei allen die davon gegessen haben zugleich auf.
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Wie behandelt man Magen-Darminfekte? |
Am wichtigsten ist der Flüssigkeits- und Elektrolytersatz, auch wenn
es sich um bakterielle Infekte handelt ist eine antibiotische
Behandlung im Allgemeinen nicht zweckmäßig!
Deshalb ist der Keimnachweis im Regelfall für die
Behandlungsentscheidung nicht sofort notwendig , bei komplizierten
Krankheitsverläufen hat er vor allem den Zweck die Weitergabe von
Salmonellen möglichst zu verhindern!
Der Körper braucht viel Flüssigkeit, Natrium (im Kochsalz), Kalium
(im Orangensaft vorhanden ) und Zucker.
Flüssigkeitsersatz zu selber herstellen:
1 Teelöffel Salz (liefert das Natrium)
4 Esslöffel Traubenzucker ( oder wenn nicht vorhanden geht zur Not
auch Haushaltszucker)
¼ L Orangensaft (enthält Kalium)
das ganze auf 1 Liter mit Wasser aufgießen und regelmäßig
schluckweise trinken
Wenn Sie mit dem Salzgeschmack Probleme haben, lassen sie das Salz
weg, und nehmen abwechseln klare Suppe und den Flüssigkeitsersatz
ohne Salz zu sich.
Was darf ich essen, wenn ich wieder Hunger bekomme?
Reis- und Haferschleimsuppe, Zwieback, Weisbrot, Soletti, Brezeln,
Biskotten, Salzkartoffel, Himbeersaft, Kamillentee,
Verboten: Kaffe, Schwarztee, Pfeffermintee, Coca-Cola, Obst, Gemüse,
Ballaststoffe
Medikamente:
Diarrhoesan Lösung
Pflanzliches Mittel aus Kamille und Johannisbrotmehl, lindert etwas
die wässrige Sekretion und fördert geformte Stühle, gefahrloses
Hausmittel
Imodium (=Enterobene): lindert Beschwerden, heilt aber nicht, nicht
ganz ohne Risiken:
hemmt die Peristaltik des Darmes, aber verhindert nicht den
Flüssigkeitsverlust in den Darm!
Vorteil: lindert Krämpfe, man muss nicht so oft auf die Toilette.
Nachteil: da die Darmschleimhaut weiterhin Flüssigkeit absondert, die
sich im Darm ansammelt, wird das Ausmaß der Flüssigkeitsverlustes,
der ja die eigentliche Gefahr darstellt, verschleiert, die Krankheit
nicht gebessert!
Bei Kindern sind Fälle von vollständiger Darmlähmung beobachtet
worden – Vorsicht!!!
Hylac, Antibiophilus & Co
Sollen die Regeneration der natürlichen Darmflora fördern. Keine
Wirkung im akuten Infekt zu erhoffen, möglicherweise nach der akuten
Phase zweckmäßig, mit Joghurt lässt sich der selbe Nutzen erreichen.
Antibiotika:
Bei viralen Infekten sind antibiotische Medikamente generell nicht
wirksam.
Bei Campylobacter (Bakterium) ist eine Krankheitsverkürzung durch
Antibiotika möglich, meist ist die Spontanheilung aber schneller als
der Keimnachweis.
Bei Salmonella , auch einer bakteriellen Erkrankung, ist die
Antibiotikagabe im Allgemeinen nicht ratsam, es kommt offenbar
häufiger zu Bazillenauscheidern als in unbehandelten
Krankheitsfällen, die Gabe von Laktulose (z.B. Laevolac) hat sich als
günstig erwiesen, obwohl diese selbst mild abführend wirkt. Laktulose
fördert die natürliche Darmflora welche die Salmonellen verdrängt.
Gute Besserung ! |
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