Informativer Stammtisch  18.01.2005 bei Dr. Siegbert Wörner

 Fast 20 Teilnehmer informierten sich über Diagnostik und Therapie der wichtigsten Hauterkrankungen.

Die Früherkennung von melanomverdächtigen Naevi  ist eine wichtige Aufgabe von Haus und Hautärzten, es wurde die Beurteilung nach dem sog. Dermatoskopieindex vorgestellt.

Für Asymetrie, Berandung, Färbung und Vielfalt an Strukturen des Pigmentes  werden Punkte berechnet:

 Ein Naevus kann  symmetrisch 1fach oder 2fach asymmetrisch sein. 0 – 1.3 – 2.6 Punkte

Begrenzung: der Naevus wird in 8 Sektoren geteilt, je Sektor mit unscharfer Begrenzung werden 0.1 Punkte zugerechnet

Mögliche Farbtöne: weiß, rot, hell und dunkelbraun, blaugrau und schwarz je Farbe 0.5 P

Mögliche Strukturelemente: Netz, Punkte, Schollen, Streifen, strukturlos  je 0.5 Punkte

 Anhand der Gesamtpunktezahl wird dann über Verlaufsbeobachtung oder Excision entschieden. Bei einem Dermatoskopie-Punktewert von > 5.4 handelt es sich sehr wahrscheinlich um ein Malignes Melanom.

 In einer der nächsten TGAM-Informationen planen wir die Vorstellung der Dermatoskopie-Index-Methode  nach Stolz, Braun-Falco, Bilek und Lanthaler

 Die atopische Dermatitis war auch ein wichtiges Thema, Rückfettung und  striktes Meiden von Seife als Basispflege, aber auch der rechtzeitige Einsatz von topischen Steroiden wurden diskutiert. Interesse fand sich auch für den Stellenwert der neuen Therapeutika Elidel und Protopik. Dr.  Wörner schränkt die Anwendung  auf  Stellen ein an denen Steroide kontranidiziert sind – z.B. perioral – bevorzugt ansonsten weiterhin Steroide da die Risiken des   neuen Wirkprinzips noch nicht endgültig klar sind .

 Dazu findet sich Im Arzneitelegramm diese Bewertung:

 Arzneitelegramm 2002/ 5

 Tacrolimus-Salbe (PROTOPIC) wirkt bei atopischer Dermatitis nicht besser als ein mittelstarkes topisches

Glukokortikoid.  Die Wirkung setzt rasch ein, hält aber nach Absetzen nicht lange an.

 Topisches Tacrolimus besitzt fototoxisches und kanzerogenes Potenzial. Langzeitgebrauch verbietet sich.

 Wegen des fehlenden Wirksamkeitsvorteils gegenüber etablierten Therapien und der schwerwiegenden Sicherheitsbedenken raten wir von der Verwendung des auch für Kinder über zwei Jahre (!) zugelassenen Mittels ab.

2 Beiträge  im Arzneitelegramm im Original:  
AT 5-2002: